Erster Rat

Ein Strafverfahren dauert häufig lange und ist komplex. Wir begleiten unsere Mandanten durch diese belastende Zeit. Eine erfolgsversprechende Strafverteidigung setzt Wissen, Feingefühl und die richtige Strategie in jeder Phase des Verfahrens voraus.

Ziel jeder Verteidigung muss es sein, bereits im Ermittlungsverfahren die Weichen für eine erfolgsversprechende Verteidigungsstrategie zu stellen. In diesem Verfahrensabschnitt wehren wir uns gegen Haftbefehle, Untersuchungsanordnungen sowie gegen eine vorschnelle Meinungsbildung bei der Staatsanwaltschaft und Öffentlichkeit.
Im Idealfall wird das Ermittlungsverfahren eingestellt. Das erreichen wir mitunter durch schriftliche Stellungnahmen, in denen wir uns den Besonderheiten des Falles widmen. In diesem Verfahrensabschnitt weisen wir etwa auf durch uns herausgearbeitete Widersprüche von Zeugenaussagen oder rechtliche Verfahrenshindernisse hin.

Sollte eine Hauptverhandlung trotzdem unumgänglich sein, werden wir bereits im Ermittlungsverfahren die Weichen für eine erfolgsversprechende Hauptverhandlung stellen. Kommt es zu einer Hauptverhandlung, sind Qualitäten wie schnell zu treffende Entscheidungen, Erfahrung, konsequente Zeugenvernehmungen sowie rhetorische Überzeugungskraft erforderlich.

Entspricht das Urteil nicht den Vorstellungen oder Erwartungen unseres Mandanten, besteht die Möglichkeit, gegen die erstinstanzliche Entscheidung, ein Rechtsmittel einzulegen. Zu den einzelnen Verfahrensabschnitten und prozessualen Maßnahmen, finden sich im Folgenden zahlreiche Hinweise und Erläuterungen.

Ermittlungsverfahren

Im Ermittlungsverfahren ist auf einige wichtige Verhaltensregeln zu achten, da hier jedes Fehlverhalten zu einer bösen Überraschung führen kann.

Vor dem strafrechtlichen Hauptverfahren steht das Ermittlungsverfahren.

Ermittlungen werden bei entsprechenden Strafanzeigen oder sonstigen Hinweisen auf eine Straftat aufgenommen. Oftmals ist im Ermittlungsverfahren zunächst zu klären, ob Sie Beschuldigter oder Zeuge sind. Erhalten Sie eine Vorladung zu einer polizeilichen oder staatsanwaltschaftlichen Vernehmung, so sind einige wichtige Dinge zu beachten.

Im Ermittlungsverfahren ist die Staatsanwaltschaft die Herrin des Verfahrens. Die Ermittlungen werden in der Praxis durch die Polizei durchgeführt. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen eines Sexualdelikts kommt es besonders häufig zu Durchsuchungen und Beschlagnahmen. Bei Durchsuchungen sind einige wichtige Verhaltensweisen zu beachten. Sollte die Durchsuchung oder die Beschlagnahme etwaiger Gegenstände unrechtmäßig sein, so haben Sie verschiedene Möglichkeiten sich zur Wehr zu setzen.

Stärkster Einschnitt im Ermittlungsverfahren ist eine Festnahme sowie Untersuchungshaft. Werden Sie von der Polizei festgenommen, so müssen Sie einige wichtige Besonderheiten beachten. Besteht Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr, so droht unter Umständen die Untersuchungshaft. Die Möglichkeiten, wie man sich gegen einen Haftbefehl wehrt, werden an entsprechender Stelle erläutert.

Erstes Ziel einer jeden Strafverteidigung ist es, das Strafverfahren durch Einstellung bereits im Ermittlungsverfahren zu beenden. Hierbei gibt es unterschiedliche Formender Einstellung. Ein Ermittlungsverfahren ist bspw. dann einzustellen, wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt, § 170 Abs. 2 StPO. Darüber hinaus kann das Strafverfahren unter Auflagen eingestellt werden. Als Auflage kommt bspw. die Zahlung eines Geldbetrages in Betracht, § 153a StPO. In den §§ 153 ff StPO sind zahlreiche Möglichkeiten der Verfahrenseinstellung geregelt.

Ist das Ermittlungsverfahren beendet und wird das Verfahren nicht durch Einstellung beendet, so ergeht entweder ein Strafbefehl, welcher vom Amtsgericht erlassen wird oder die Staatsanwaltschaft erhebt beim zuständigen Gericht Anklage.

Vorladung | Vernehmung

Keine Aussage ohne Rücksprache mit Strafverteidiger -die Aussage immer verweigern!

Sollten Sie eine Ladung zur Vernehmung der Polizei erhalten, ist Vorsicht geboten. Vorweg: Sie sind als Beschuldigter nicht verpflichtet einer polizeilichen Ladung Folge zu leisten. D.h. Sie können nicht gezwungen werden, zu dem anberaumten Termin bei der Polizei zu erscheinen.

Wenn Sie von der Polizei als Beschuldigter vernommen werden sollen, so gilt stets die goldene Regel: Keine Aussage ohne Rücksprache mit einem Rechtsanwalt.

Sobald Sie eine polizeiliche Vorladung zur Vernehmung erhalten haben, kontaktieren Sie uns sofort! Erst eine Akteneinsicht, welche nur von einem Rechtsanwalt vorgenommen werden kann, erlaubt eine erste Bewertung des Tatvorwurfs. Seien Sie skeptisch, wenn ein Rechtsanwalt Ihnen zu einer Aussage rät, ohne dabei den Akteninhalt zu kennen.

Sollten Sie von der Polizei überrascht werden, so verweigern Sie die Aussage und bestehen Sie auch auf Ihr Recht, die Aussageverweigern zu dürfen. Ihr Schweigen darf nicht negativ gewertet werden! Oftmals versuchen Polizisten Personen, denen eine vermeintlich strafbare Handlung vorgeworfen wird, in Gespräche zu verstricken, um hierdurch Informationen zu erhalten. Auch hier gilt: Aussage verweigern, die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte kontaktieren.

Erhalten Sie eine Vorladung der Staatsanwaltschaft, so müssen Sie der Vorladung Folge leisten. Spätestens jetzt sollten Sie einen erfahrenen Anwalt hinzuziehen.

Oftmals geraten Mandanten, denen eine Straftat zur Last gelegt wird, in eine Art "Schockstarre" und hoffen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die "Sache vergessen". Eines ist jedoch gewiss: Polizei und Staatsanwaltschaft werden das Ermittlungsverfahren nicht "vergessen". Bleiben Sie daher nicht passiv! Durch eine rechtzeitige Akteneinsicht kann bereits zu Beginn des Ermittlungsverfahren eine erfolgsversprechende Verteidigungsstrategie entwickelt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass ein kompetenter und auf das Sexualstrafrecht spezialisierter Rechtsanwalt die Kommunikation mit Staatsanwaltschaft und Polizei übernimmt. Rechtsanwalt Dr. Burgert, Rechtsanwältin Krötz und Rechtsanwalt Zenger wissen um die Tücken im Ermittlungsverfahren und kommunizieren bereits zu Beginn des Ermittlungsverfahrens mit den Strafverfolgungsbehörden auf Augenhöhe.

Vertrauen Sie daher auf unsere Kompetenz und kontaktieren Sie die Strafrechts-Kanzlei Burgert Rechtsanwälte sofort, wenn Sie von einem Tatvorwurf Kenntnis erlangt haben.

Durchsuchung | Beschlagnahme

Keine Aussage ohne Rücksprache mit Strafverteidiger -die Aussage immer verweigern!

Durchsuchungen stellen für den Betroffenen einen sensiblen Eingriff in die Privatsphäre dar. Bei dem Vorwurf eines Sexualdeliktssind Durchsuchungen allerdings nahezu die Regel. Zumeist wird nach Datenträgern mit Hinweisen auf mögliche Straftaten geforscht. Oftmals beschränken sich Durchsuchungen nicht nur auf Haus- oder Wohnungsdurchsuchungen, sondern erstrecken sich auch auf Durchsuchungen der Geschäftsräume. Eine Durchsuchung am Arbeitsplatz kann durchaus unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Durchsuchungen erfolgen aufgrund einer richterlichen Anordnung oder wegen "Gefahr im Verzug".

Bei Durchsuchungen gilt es einige Regeln zu beachten, da besonders in dieser Situation versucht wird, auf den Betroffenen Druck auszuüben und ihn zu einer Aussage zu drängen.

Beachten Sie daher folgende goldenen Regeln:

  • Ruhebewahren! Bestehen Sie auf Ihr Recht und kontaktieren Sie sofort die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte aus München über die Notfallnummer 01602211381! Bitten Sie die leitende Ermittlungsperson, bis zum Eintreffen des Rechtsanwalts zu warten.
  • "Dulden" Sie die Durchsuchungsmaßnahmen. Behindern Sie nicht die anwesenden Personen.
  • Unterschreiben Sie nichts!
  • Und das wichtigste: Schweigen Sie zu den Vorwürfen! Machen Sie keine Angaben ohne Rücksprache mit einem Rechtsanwalt.

Durch die rechtzeitige Hinzuziehung eines Rechtsanwalts kann eine unangenehme Überraschung abgewendet werden. Aufgrund der nervenzehrenden Situation sind die Betroffenen oftmals nicht in der Lage angemessen zu reagieren.

Bitten Sie darum, mit der Durchsuchung bis zum Eintreffen des Rechtsanwalts abzuwarten. Zwar besteht hierzu keine Pflicht der Polizei, jedoch wird dieser Wunsch zumeist respektiert.

Durch die Kontaktierung eines Rechtsanwalts kann dieser unteranderem darauf achten, dass die Durchsuchung ordnungsgemäß abläuft und darauf bestehen, dass bspw. wichtige Geschäftsunterlagen oderprivate Dokumente von besonderer Bedeutung als Kopie beim Betroffenenverbleiben, damit dieser seinen Geschäftsbetrieb fortführen kann oder sich andere unbillige Nachteile vermeiden lassen.

Darüber hinaus wird ein erfahrender Rechtsanwalt bei der Betreuung des Mandanten und Überwachung der Durchsuchung, darauf achten, dass der Betroffene keine Äußerung zur Sache abgibt.

Ist eine Durchsuchung nicht ordnungsgemäß, so gibt es Rechtsmittel, die gegen die Durchsuchung erhoben werden können. So kann bspw. gegen die Anordnung der Durchsuchung Beschwerde eingelegt werden. Gegen die Art und Weise der Durchsuchung kann der Betroffene den Richter anrufen.

Werden Gegenstände sichergestellt, so liegt eine Sicherstellung oder Beschlagnahme vor. Es gilt jedoch für einige Gegenstände ein Beschlagnahmeverbot. So dürfen bspw. keine Briefe zwischen Strafverteidiger und Mandant beschlagnahmt werden. Weiterhindürfen keine ärztlichen Untersuchungsergebnisse beschlagnahmt werden. Auch gegen die Anordnung der Beschlagnahme können Rechtsmittel eingelegt werden.

Festnahme | Untersuchungshaft

Keine Aussage ohne Rücksprache mit Strafverteidiger -die Aussage immer verweigern!

Die Festnahme ist die stärkste Form staatlicher Gewalt. Der Betroffene wird durch eine Festnahme erheblich in seiner Freiheit beschränkt.

Bei einer Festnahme gilt es folgende goldenen Regeln zu beachten:

  • Leisten Sie keine Gegenwehr und unterlassen Sie jeden Fluchtversuch!
  • Schweigen Sie! Tätigen Sie keine Aussage!
  • Unterschreiben Sie nichts!
  • Bestehen Sie von Beginn an auf eine Kontaktaufnahme zu einem Rechtsanwalt. Sie können und jederzeit unter den Notfallnummern: 0152 53529213 und 0160 2211381 erreichen.

Gerade bei Festnahmen reagieren Betroffene oft übereilt und unangemessen. Getätigte Aussagen später zu widerrufen, ist in der Praxis sehr schwierig. Auch hier gilt: Schweigen Sie und bestehen Sie auf einen Rechtsanwalt! Lassen Sie sich von Ermittlungspersonen nicht verunsichern: Ihr Schweigen darf Ihnen nicht zur Last gelegt werden.

Befinden Sie sich in U-Haft, so ist wichtig, dass ein enger Kontakt und Austausch mit dem Rechtsanwalt garantiert wird. Wir lassen Sie in dieser schwierigen Situation nicht im Stich und betreuen Sie auch umfassend während der Untersuchungshaft.

Darüber hinaus informieren wir auf Wunsch regelmäßig Ihre Angehörigen und stehen mit diesen in engem Kontakt. Die Strafrechts-Kanzlei Burgert organisiert auch Besuchstermine für Ihre Angehörigen und hat jederzeit ein offenes Ohr für deren Fragen oder Anliegen. Mehr Informationen finden Sie hier.

In der Untersuchungshaft sollten Sie nicht gegenüber Mitgefangenen Angaben zu der Ihnen zur Last gelegten Tat machen. Oftmals versuchen andere Haftinsassen durch Informationen bessere Haftbedingungen zu erhalten. Daher gilt auch in Untersuchungshaft: Schweigen Sie zu den Vorwürfen auch gegenüber Wärtern und anderen Insassen. Diese Regel gilt bei dem Vorwurf eines Sexualdelikts ganz besonders!

Eine Untersuchungshaft wird bei Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr 
oder Wiederholungsgefahr angeordnet. Es ist jeweils genau zu prüfen, ob diese Voraussetzung vorliegen. Hier ist eine Kenntnis der umfangreichen Rechtsprechung ebenso unerlässlich wie die langjährige Erfahrung im Umgang mit Gerichten und Staatsanwaltschaften. Einen großen Vorteil bringt hier die Erfahrung von Rechtsanwalt Zenger als ehemaligem Staatsanwalt, der die Entscheidungsprozesse in der Justiz aus eigener Erfahrung kennt.

Liegen die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft nicht vor, so kann im Rahmen einer Haftbeschwerde oder mündlichen Haftprüfung beantragt werden, den Haftbefehl aufzuheben. Hierbei kann auch eine Aufhebung bzw. Außervollzugsetzung unter Auflagen beantragt werden. Auflagen sind bspw. Sicherheitsleistungen ("Kaution") oder Meldeauflagen (regelmäßiges Erscheinen bei einer Polizeibehörde).

Die Strafrechts-Kanzlei Burgert lässt Sie auch in schwierigen Zeiten der Untersuchungshaft nicht alleine und kämpft auch hier für Ihr Recht.

Befindet sich Ihr Angehöriger in Untersuchungshaft, so zögern Sie nicht, Rechtsanwalt uns zu beauftragen. Die Beauftragung durch einen Angehörigen genügt, um einen erforderlichen Sprechscheinbei der Staatsanwaltschaft zu erhalten. Sodann kann Kontakt zum Inhaftierten aufgenommen und eine effektive Verteidigungsstrategie entworfen werden. Ihr Angehöriger hat aus der Untersuchungshaft heraus kaum Möglichkeiten einen erfahrenen und spezialisierten Anwalt zu finden. Es liegt also an Ihnen als Angehörigem bzw. Angehöriger, ihm hier durch Beauftragung eines kompetenten Anwalts zu helfen.

Strafbefehl | Anklage

Keine Aussage ohne Rücksprache mit Strafverteidiger -die Aussage immer verweigern!

Nach Abschluss der Ermittlungen entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob Sie das Verfahren einstellt, einen Strafbefehl beim zuständigen Amtsgericht beantragt oder beim zuständigen Gericht Anklage erhebt.

Haben Sie einen Strafbefehl vom Amtsgericht erhalten, ist Eile geboten. Das Strafbefehlsverfahren ermöglicht eine einseitige Straffestsetzung ohne Hauptverhandlung und Urteil. Wird binnen zwei Wochen nicht Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, so wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich. Lassen Sie daher keine wichtige Zeit verstreichen und kontaktieren Sie uns sofort nach Erhalt des Strafbefehls.

Gegen den Strafbefehl kann Einspruch eingelegt werden, wodurch erreicht wird, dass dieser nicht rechtskräftig wird und eine Hauptverhandlung stattfindet. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Einspruch begrenzt auf die Rechtsfolgen eingelegt wird. Ist der Vorwurf zutreffend und das Strafmaß der Tat angemessen, so kann hier beispielsweise die Höhe der Tagessätze herabgesetzt werden. Eine mündliche Hauptverhandlung ist in diesen Fällen nicht notwendig. Geradebei Sexualdelikten sollte nicht einfach aus Angst vor einer Hauptverhandlung ein Strafbefehl mit einer womöglich ungerechten Strafe akzeptiert werden. Es drohen oft immense nachträgliche Konsequenzen durch Eintragungen im Führungszeugnis, berufsrechtliche Regelungen etc. Daher sollten Sie uns unbedingt kontaktieren. Wir können dann gemeinsam mit Ihnen prüfen, ob ein Vorgehen gegen den Strafbefehl sinnvoll ist oder nicht.

Wird Anklage gegen Sie erhoben, so sollten Sie nicht zögern einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Häufig lassen sich in diesem Statium des Verfahrens noch wichtige Weichen stellen, wofür es vor Gericht zu spät sein kann. Wir prüfen für Sie die Anklageschrift umfassend und besprechen alle Möglichkeiten. So können bspw. im sog. Zwischenverfahren (Verfahren zwischen Ermittlungs- und Hauptverfahren) Anträge auf Beweiserhebungen oder Anträge auf Ablehnung der Eröffnung des Hauptverfahrens gestellt werden. Der Rechtsanwalt kann auch in diesem Verfahrensabschnitt erheblichen Einfluss auf das Verfahren nehmen. Warten Sie daher nicht erst bis zum Hauptverfahren ab, sondern kontaktieren Sie und so früh wie möglich.

Hauptverhandlung

Die Hauptverhandlung hat aus Sicht der Strafverteidigung nur Aussicht auf Erfolg, wenn der Strafverteidiger sich umfassend mit dem Akteninhalt auseinandersetzt und eine erfolgsversprechende Verteidigungsstrategie entwickelt hat.

Auf Grundlage der Akteneinsicht verschafft sich der Rechtsanwalt vor der Hauptverhandlung einen Überblick über den Tatvorwurf und die Beweismittel (bspw. Zeugenaussagen, Sachverständigengutachten). Sodann gilt es materiell- und prozessrechtliche Fragen aufzuarbeiten und eine Verteidigungsstrategie zu entwickeln.

Hierbei muss immer das Ziel des Verfahrens beachtet werden. Das Ziel in einem Strafverfahren kann leider nicht immer Freispruch lauten. Werden Sie skeptisch, wenn ein Rechtsanwalt einen Freispruch garantiert - dies kann vor der Hauptverhandlung niemals garantiert werden.

Ein Verfahrensziel kann bspw. das Erreichen eines Teilfreispruchs oder der Vermeidung einer Freiheitsstrafe sein. Darüber hinauskann sich ein Verfahrensziel auch auf die Vermeidung von Maßregeln beziehen. Das Verfahrensziel hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab und ist von Sachverhalt zu Sachverhalt verschieden.

Im Rahmen der Entwicklung der Verteidigungsstrategie wird dann bspw. die Frage erörtert, ob es sinnvoll ist, bereits zu Beginn der Hauptverhandlung eine Aussage zu tätigen oder zu den Tatvorwürfen zunächst zu schweigen. Anhand der Zeugenvernehmungen und weiteren Beweisaufnahme muss der Strafverteidiger entscheiden, welche Methode der Verteidigung die Effektivste darstellt. So kann es passieren, dass aufgrund der Beweisaufnahme die ursprüngliche Verteidigungsstrategieverworfen wird und eine völlig neue entwickelt werden muss. Hier gilt es, dass der Strafverteidiger alle Möglichkeiten in Betracht zieht und sich nicht durch unerwartete Wendungen aus der Ruhe bringen lässt.

Sie sollten sich einer Hauptverhandlung nicht ohne rechtlichen Beistand aussetzen. Liegt ein Fall der Pflichtverteidigung vor(bspw. wenn eine Freiheitsstrafe droht), so haben Sie die Möglichkeit einen Pflichtverteidiger zu benennen. Die Fachanwälte für Strafrecht Dr. Vincent Burgert, Eva Maria Krötz und Florian Zenger aus München übernehmen auch Mandate als Pflichtverteidiger.

Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit den Rechtsanwälten Eva Maria Krötz, Dr. Vincent Burgert oder Florian Zenger. In einer ausführlichen Besprechung werden Sie umfassend auf die Hauptverhandlung vorbereitet, so dass Ihnen bereits im Vorfeld einige Ängste und Sorgen genommen werden können.

Das Erfolgskonzept für schwierige Fälle: Teamverteidigung

Gerade in komplexen Fällen kann es auch für erfahrene Strafverteidiger hilfreich sein eine Hauptverhandlung nicht alleine zu bestreiten. Eine Teamverteidigung verspricht hier optimale Ergebnisse. Viele Strafverteidiger arbeiten trotzdem aus Prinzip, oder weil keine geeigneten Kollegen zur Verfügung stehen allein, selbst wenn eine Arbeit im Team und die Nutzung des „Vier-Augen-Prinzips“ ein deutlich besseres Ergebnis versprechen würden. Unsere Kanzlei setzt in geeigneten Fällen demgegenüber ganz bewusst auf Arbeit im Team. So können die individuellen Stärken (Rechtsanwalt Dr. Burgert als erfahrender Spezialist, Rechtsanwalt Zenger als Ex-Staatsanwalt, der die Gegenseite kennt und Rechtsanwältin Krötz, die über die weibliche Sicht auf den Fall verfügt) gezielt gebündelt werden.

Rechtsmittel: Berufung l Revision 

Die Hauptverhandlung endet zumeist mit einem Urteil. Gegen Urteile gibt es das Rechtsmittel der Berufung und Revision

Das erstinstanzliche Urteil ist somit nicht zwangsläufig "Endstation".

Die Berufung ist eine neue Tatsacheninstanz - es können neue Zeugen gehört werden und andere neue Beweismittel vorgebracht werden.

In der Revision wird geprüft, ob das Urteil materiellrechtlich korrekt ist und das Verfahren ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Lassen Sie nach dem Hauptverfahren nicht unversucht, im Rahmeneiner Berufung oder Revision ein besseres Urteil zu erzielen. Die Rechtsanwälte prüfen zunächst die Erfolgsaussichten der Rechtsmittel. Im Anschluss daran werden Ihnen die unterschiedlichen Möglichkeiten (bspw. Berufung begrenzt auf den Rechtsfolgenausspruch, also eine Überprüfung der Höhe der Strafe) erörtert und sodann eine Verteidigungsstrategie für das Rechtsmittelverfahren entwickelt.

Revision: Erfolg durch Spezialisierung und Erfahrung

Im Gegensatz zum Rechtsmittel der Berufung, bei der es sich um eine neue Tatsacheninstanz handelt, in der bspw. erneut Zeugen vernommen werden oder Gutachten beantragt werden können, wird bei einer Revision durch ein Gericht höherer Instanz nur noch geprüft, ob das Urteil materiell-rechtlich richtig ist und ob das Verfahren ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Bei erfolgreicher Revision wird das ursprüngliche Urteilaufgehoben.


Das Revisionsverfahren ist ein sehr komplexes Verfahren und erfordert tiefgehende Spezialkenntnisse der Materie sowie der Rechtsprechung. So führt nicht jeder Verfahrensfehler automatisch zu einer erfolgreichen Revision. Vielmehr muss das erstinstanzliche Urteil auch auf diesem Verfahrensfehler beruhen. Ob dies der Fall ist, ist im Einzelfall höchst umstritten. Ebenso kompliziert kann es sein Fehler in der Beweiswürdigung so herauszuarbeiten, dass das Revisionsgericht das angegriffene Urteil auch tatsächlich aufhebt. Erfolgreiche Revisionen erfordern viel Erfahrung und umfassende Expertise. Wir bearbeiten anders als viele Strafverteidigerregelmäßig Revisionen gerade im Bereich der Sexualdelikte. Insbesondere Rechtsanwalt Florian Zenger ist anerkannter Spezialist für strafrechtliche Revisionen.

Hat die Revision Erfolg, so wird das ursprüngliche Urteilaufgehoben. Sodann wird das Verfahren üblicherweise an das Tatgerichtzurückverwiesen. In Fällen, in denen keine erneute tatsächliche Erörterung für das Urteil notwendig ist, kann das Revisionsgericht den Fall jedoch "durchentscheiden". Das Revisionsgericht darf dann nur auf Freispruch, Einstellung oder eine absolut bestimmte Strafe (z.B. lebenslange Freiheitsstrafe bei Mord) erkennen. Die Revision ist im Normalfall die letzte Möglichkeit ein Urteil anzugreifen bzw. anzufechten. Danach kommt nur noch die Wiederaufnahme des Strafverfahrens in Betracht, was jedoch in der Praxis nur in besonderen Fällen Erfolg hat.

Die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte führt regelmäßig Revisionsverfahren und kämpft auch in letzter Instanz für Ihr Recht.

Verfassungsbeschwerde l Wiederaufnahmeverfahren l Gnadengesuch

Kommt es zu einer rechtskräftigen Verurteilung bleiben nur noch wenige Möglichkeiten eine Strafe zu vermeiden oder abzumildern.

Wiederaufnahme

Die Wiederaufnahme des Verfahrens ist die letzte Möglichkeit ein Urteil aufzuheben.

Das Verfahren ist sehr komplex und erfordert eine umfassende Kenntnis der sehr engen Voraussetzungen sowie der umfangreichen Rechtsprechung.

Die Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Verfahrens zugunsten des Verurteilten ist zulässig,

1. wenn eine in der Hauptverhandlung zu seinen Ungunsten als echt vorgebrachte Urkunde unecht oder verfälscht war;

2. wenn der Zeuge oder Sachverständige sich bei einem zuungunsten des Verurteilten abgelegten Zeugnis oder abgegebenen Gutachten einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Verletzung der Eidespflicht oder einer vorsätzlichen falschen uneidlichen Aussage schuldig gemacht hat;

3. wenn bei dem Urteil ein Richter oder Schöffe mitgewirkt hat, der sich in Beziehung auf die Sache einer strafbaren Verletzungseiner Amtspflichten schuldig gemacht hat, sofern die Verletzung nicht vom Verurteilten selbst veranlasst ist;

4. wenn ein zivilgerichtliches Urteil, auf welches das Strafurteil gegründet ist, durch ein anderes rechtskräftig gewordenes Urteil aufgehoben ist;

5. wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die allein oder in Verbindung mit den früher erhobenen Beweisen die Freisprechung des Angeklagten oder in Anwendung eines milderen Strafgesetzes, eine geringere Bestrafung oder eine wesentlich andere Entscheidung über eine Maßregel der Besserung und Sicherung zu begründen geeignet sind,

6. wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Verletzung der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten oder ihrer Protokolle festgestellt hat und das Urteil auf dieser Verletzung beruht.

Die Münchener Kanzlei Burgert Rechtsanwälte begleitet Sie auch bei einem Wiederaufnahmeverfahren. Der Antrag auf Wiederaufnahme eines Verfahrens kann nur durch einen Rechtsanwalt gestellt werden.

Vor Antragstellung ist jedoch erforderlich, dass die Erfolgsaussichten des Antrags auf Wiederaufnahme des Verfahrens umfassend geprüft werden. Erst wenn diese Prüfung erfolgsversprechend ausfällt, macht ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens Sinn.

Rechtsanwalt Dr. Vincent Burgert und Rechtsanwältin Eva Maria Krötz und Rechtsanwalt Florian Zenger prüfen umfassend die Erfolgsaussichten eines Wiederaufnahmeantrags und kämpfen bei erfolgreicher Prognose für eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens.

Verfassungsbeschwerde 

In sehr seltenen Fällen kann eine Verfassungsbeschwerde sinnvoll sein. Eine solche stellt aber keine weitere Rechtsmittelinstanz dar. Das Bundesverfassungsgerichtprüft einzig die Verletzung von Grundrechten. Auch ein als falsch empfundenes Urteil verletzt solche nicht automatisch. Es benötigt viel Erfahrung und besondere Kenntnisse des Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht um die Erfolgschanceneiner Verfassungsbeschwerde einschätzen und ggf. eine solche erfolgreich durchführen zu können. Unsere Anwälte betreuen seit Jahren Beschwerden vor dem Bundesverfassungsgericht und bringen daher die nötige Expertise mit. Gerne beraten wir Sie, ob eine Verfassungsbeschwerde erfolgreich sein kann und unterstützen Sie in diesem Fall auch bei der Durchführung.

Gnadengesuche 

Jeder Verurteile hat das Recht einen Antrag auf eine Gnadenentscheidung mit dem Ziel der Strafverschonung oder milderen Verbüßung stellen. Allerdings sind Gnadenanträge nur in sehr seltenen Fällen erfolgreich. Ob in Ihrem Fall die Chance auf eine positive Entscheidung im Gnadenwegebesteht prüfen wir gerne und unterstützen Sie in geeigneten Fällen auch bei der Stellung des Gnadengesuchs.

Antrag auf Haftaufschub 

Ist die Verbüßung einer Freiheitsstrafe nicht zu vermeiden, kann es dennoch in vielen Fällen hilfreich sein, den Strafantritt etwas nach hinten zu verschieben, z.B. um vorab wichtige persönliche oderberufliche Angelegenheiten zu klären. Meist wird in einer Ladung zum Haftantritt lediglich eine sehr kurze Frist gewährt. Genügt diese nicht um wenigstens die wichtigsten Dinge erledigen zu können, kann ein Antrag auf Haftaufschub gestellt werden. Gerne unterstützen wir sie auch hier fachkundig und mit unserer langjährigen Erfahrung.

Strafvollstreckung |Strafvollzug

Die Kanzlei Burgert berät auch in Fragen des Strafvollstreckungs- und Strafvollzugsrecht

Die Arbeit des Strafverteidigers endet nicht mit Rechtskraft des Strafurteils. Wenn eine Freiheitsstrafe nicht vermeidbar ist, muss der Strafverteidiger auch im Rahmen der Strafvollstreckung und des Strafvollzugs weiterhin für seinen Mandanten da sein. Wir vertreten und beraten Sie daher auch zu Fragen der Strafvollstreckung und des Strafvollzugs. Als Experte für Fragen des Strafvollzugs und der Strafvollstreckung einschließlich des Maßregelvollzugs steht ihnen Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Florian Zenger zur Seite und kämpft für optimale Haftbedingungen und für eine vorzeitige Haftentlassung.

Ziel ist es stets, die Dauer der Haft so kurz wie möglich zuhalten. Dies ist durch eine vorzeitige Aussetzung des Strafrests möglich. Die Voraussetzungen regelt § 57 StGB. Eine Halbstrafenaussetzung, also die Aussetzung der Reststrafe nach der Hälfte der verbüßten Haftzeit, ist nur in besonderen Fällen vorgesehen.

Erfolgsversprechend ist meist ein Antrag auf Aussetzung des Strafrests nach 2/3 der Haftzeit. Das Gericht prüft, ob die Voraussetzungen einer Strafaussetzung vorliegen. Dies ist der Fall, wenn die bedingte Entlassung unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit, der Tat, der Persönlichkeit und der Entwicklung des Täters während des Strafvollzugs verantwortet werden kann. Kommt das Gericht zum Ergebnis, dass die Voraussetzungen vorliegen, so wird die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt.

Eine anwaltliche Vertretung kann hier viel bewirken. Das Gerichtbildet sich seine Meinung zumeist anhand schriftlicher Dokumente und einer eher kurzen Anhörung. Oft fallen dabei positive Aspekte unter den Tisch. Es ist daher wichtig sich auf die Anhörung mit Hilfe eines erfahrenen Verteidigers vorzubereiten und ggf. auch schriftlich durch den Anwalt Stellung zu nehmen.

Die Strafvollstreckung befasst sich vor allen Dingen mit dem "Ob" der Sanktionsverwirklichung, während sich der Strafvollzug mit dem "Wie" befasst. Der Vollzug von Freiheitsstrafen ist im Strafvollzugsgesetz geregelt. Die Kanzlei Burgert betreut Gefangene regelmäßig und hilft dabei den Aufenthalt in Haft so erträglich wie möglich zu gestalten.

Ziel im Strafvollzug ist, neben dem Erreichen von Vollzugslockerungen und Hafturlaub, die Verlegung in den offenen Vollzug. Hierfür ist eine Kenntnis des Verfahrensablaufs und der unterschiedlichen Antragsarten unerlässlich. Die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte nimmt ihre Rechte auch im Strafvollzug wahr und kämpft auch in diesem Verfahrensabschnitt für Sie.

Fachlich kompetente und persönliche Hilfe ohne Vorurteile

Wenn Ihnen, einem Angehörigen oder Freund eine Straftat zur Last gelegt wird, eine Verhaftung droht bzw. es schon zu einer Verhaftung gekommen ist, ist verlässlicher Rat vom Anwalt wichtig.​

In dieser Situation geben wir Ihnen rechtliche Sicherheit: Wir erklären Ihnen die Rechtslage oder klären, welche rechtlichen Schritte jetzt auf Sie oder Ihre(n) Angehörige(n) zukommen.

Kontakt

Soforthilfe

+49 (0) 152 535 29213

Sie wurden verhaftet? Ihre Wohnung oder Ihr Büro wird durchsucht? Sie benötigen sofort Hilfe von einem Straf­verteidiger bundesweit? Wir sind rund um die Uhr für Sie erreichbar und unterstützen Sie bei Bedarf im Raum München zeitnah vor Ort.