Stalking / Nachstellung

Der deutsche Gesetzgeber stellt Stalking gemäß § 238 StGB als "Nachstellung" unter Strafe. Der Straftatbestand wurde zuletzt im Jahr 2017 geändert. Ermittlungsverfahren wegen Stalkings nehmen in den letzten Jahren stetig zu.​

"Stalking" als Straftat

Stalking bzw. Nachstellung kann man durch verschiedene Handlungen verwirklichen. Die nach § 238 Abs. 1 StGB strafbaren Handlungen umfassen das

Der Straftatbestand des Stalkings kann zum Beispiel durch das Aufsuchen/ Verfolgen einer anderen Person verwirklicht werden, durch wiederholte Telefonanrufe zu Tag- und Nachtzeiten, das anhaltende Schreiben von SMS/ E-Mails/ Briefen oder durch das unaufgeforderte Zusenden von Geschenken oder Bestellen von Waren oder Dienstleistungen.

Beharrlichkeit und schwerwiegende Beeinträchtigung

Strafbar ist dieses Verhalten nur, wenn es beharrlich geschieht. Dies ist der Fall, wenn das Verhalten wiederholt und bewusst gegen den Willen des Betroffenen begangen wird.

Für eine Strafbarkeit reicht es beispielweise nicht aus, einer anderen Person gegen deren Willen eine Freundschaftsanfrage bei Facebook zu senden. Eine feststehende Anzahl – etwa an Versuchen der Kontaktaufnahme – gibt es allerdings nicht. Die Gerichte entscheiden stets nach dem konkreten Einzelfall.

Durch die beharrliche Handlung muss die betroffene Person schwerwiegend in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt sein. Das bedeutet, es muss zu einem massiven Eingriff in den privaten Lebensbereich kommen. Die Beeinträchtigung muss sich objektiv auf die äußere Lebensgestaltung auswirken: die betroffene Person muss durch das Nachstellen sein Freizeit- oder Sozialverhalten verändert haben. Eine schwerwiegende Beeinträchtigung wurde von der Rechtsprechung beispielsweise angenommen für:

Strafen für Stalking

Kommt es zu einer Verurteilung wegen Stalking, droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Kommt die verfolgte Person in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung, droht sogar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Kommt eine Person durch das Nachstellen zu Tode, droht eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren.

Strafverteidigung bei Tatvorwurf Stalking / Nachstellen

Sollten Sie sich mit dem Vorwurf der Nachstellung konfrontiert sehen, sollten unverzüglich ein Strafverteidiger aufgesucht werden, der mit dem Sexualstrafrecht und damit auch mit diesem Straftatbestand vertraut ist. Der relativ junge Straftatbestand des § 238 StGB enthält zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe, die eine genaue Kenntnis der Rechtsprechung unerlässlich machen.

Insbesondere die Formulierung "vergleichbaren Handlung" nach § 238 Abs. 1 Nr. 5 StGB ist wenig konkret. Gerade unbestimmte Begriffe dieser Art bieten einem Fachanwalt für Strafrecht die Chance, eine erfolgsversprechende Verteidigungsstrategie zu entwickeln, wenn er früh genug in das Verfahren einbezogen wird. Der Nachweis einzelner Tathandlungen fällt Strafverfolgungsbehörden häufig schwer – auch unter diesem Aspekt können durch professionelle und erfahrene Strafverteidiger erfolgsversprechende Strategien entwickelt werden.

Fachlich kompetente und persönliche Hilfe ohne Vorurteile

Wenn Ihnen, einem Angehörigen oder Freund eine Straftat zur Last gelegt wird, eine Verhaftung droht bzw. es schon zu einer Verhaftung gekommen ist, ist verlässlicher Rat vom Anwalt wichtig.​

In dieser Situation geben wir Ihnen rechtliche Sicherheit: Wir erklären Ihnen die Rechtslage oder klären, welche rechtlichen Schritte jetzt auf Sie oder Ihre(n) Angehörige(n) zukommen.

Kontakt

Soforthilfe

+49 (0) 152 535 29213

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